Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.
-- Arthur Schopenhauer

Ernährung

Der Veganismus hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt, deine Gesundheit, den Welthunger sowie auf die Tiere, die in der Nahrungsmittelproduktion leiden.

Was bedeutet "vegan" eigentlich?

Vegan lebende Menschen lehnen jegliche Form der Tierausbeutung ab und konsumieren daher keinerlei tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Eier, Leder etc.

Fleisch

Tiere

Die Tiere leiden in Mastanlagen, Intensivtierhaltung & Schlachthöfen erleben während ihres kurzen 'Lebens' höllische Qualen, ihnen werden sämtliche natürlichen Triebe verweigert - viele sehen niemals eine grüne Wiese, schnuppern nie frische Luft und haben keine Möglichkeit, ihr Leben selbst zu bestimmen.Sie verbringen ihr Dasein mit tausenden Artgenossen zusammengepfercht in dreckigen, stickigen Ställen.

Schweine werden betäubungslos kastriert und die Schwänze amputiert, Küken werden die empfindlichen Schnabelspitzen mit einer heißen Klinge abgeschnitten.
Die Tiere sind darauf gezüchtet, möglichst schnell zu wachsen - nach kurzer Zeit haben sie daher ihr "Schlachtgewicht" erreicht.
In den Schlachthäusern herrscht Akkordarbeit, Fehlbetäubungen sind daher an der Tagesordnung. Viele sind daher bei vollem Bewusstsein, wenn ihnen die Kehle durgeschnitten wird und sie langsam verbluten.

Welthunger

Die Nahrungsmittelressourcen auf unserer Erde würden ausreichen, um alle Menschen zu ernähren. Trotzdem hungern immer noch Millionen von Menschen. Die Fleischproduktion ist dafür maßgeblich verantwortlich.
Rund 40% der weltweiten Getreideernte und 90% der Weltsojaernte werden an Tiere verfüttert. Diese enormen Mengen könnte man direkt zur Ernährung von Menschen einsetzen, durch den 'Umweg' über das Tier, geht eine Menge verloren - es werden bis zu 16kg Getreide benötigt, um ein 1kg Fleisch zu 'produzieren'. Weltweit verbrauchen so alle Tiere insgesamt eine Futtermenge, die dem kalorischen Bedarf von 8,7 Milliarden Menschen entspricht. Das ist mehr als die gesamte Weltbevölkerung.

Umwelt

Die Herstellung tierischer Produkte ist einer der größten "Klimakiller" unserer Zeit. Sie ist für 18% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich - das ist mehr als der globale Verkehr (Autos, Flugzeuge, Eisenbahnen und Schiffe) zusammen ausstoßen.

Die "Produktion" von Fleisch ist zudem eine enorme Verschwendung von Wasser - für die "Herstellung" von 1kg Rindfleisch werden beispielsweise rund 15.000 Liter Wasser benötigt - mit dieser Menge könnte man ein ganzes Jahr lang täglich duschen.

Einige Konsumenten greifen zu "BIO-Fleisch", in der Hoffnung, dass es den Tieren besser ergangen ist. Dies ist jedoch ein Irrtum - im Schlachthof ist jedes Tier gleichgestellt. Dort wird nicht nach "Bio" oder "normalem" Schwein unterschieden - jedes Tier erlebt die selben Qualen!

Schaue selbst: Aufnahmen aus einem Bio-Vorzeige-Schlachthof in Baden-Württemberg, veröffentlicht von der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch:

Milch

„Kühe geben doch sowieso Milch? Was ist falsch daran, diese zu konsumieren?”

Kühe sind wie wir Menschen Säugetiere und produzieren aus demselben Grund Milch: Als Nahrung für die Babys. In der Intensivtierhaltung werden die Kühe permanent geschwängert, damit sie dauerhaft Milch produzieren. Der Nachwuchs wird ihnen sofort nach der Geburt entrissen und wird mit minderwertiger Ersatznahrung großgezogen, um anschließend ebenfalls als Milchkuh oder als "Kalbfleisch" zu enden.Aufgrund der massiven körperlichen Belastung ("Hochleistungskühe" produzieren jährlich mehr als 9000 Liter) entstehen körperliche Schäden wie Gelenk- und Euterentzündungen. Nach 4-5 Jahren (Natürliche Lebensdauer: ca. 30 Jahre) ist eine "Milchkuh" nicht mehr rentabel und findet nach ihrem trostlosen Leben ein grausames Ende im Schlachthaus.

Eier

„Hühner legen doch sowieso Eier? Was ist falsch daran, diese zu konsumieren?”

Die Tiere in der Eierindustrie sind derart hochgezüchtet, dass sie auf eine Legeleistung von bis zu 300 Eiern pro Jahr kommen (Natürlich: 20-30 pro Jahr). Dies bedeutet eine enorme körperliche Belastung und Stress für die Tiere, weshalb ihre Körper bereits nach einem Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung durch "zu geringe Legeleistung" nicht mehr rentabel und daher für die Eierindustrie wertlos werden.
Am Ende der Legeleistung folgt der Abtransport in den Schlachthof, wo die ausgebeuteten Tiere oft bei vollem Bewusstsein getötet werden.In den Brütereien, den "Produktionsstätten" schlüpfen selbstverständlich auch männliche Küken. Da diese für die Eierindustrie jedoch wertlos sind, werden diese aussortiert und vershreddert oder vergast.

„Ich kaufe nur Eier aus Freiland/Bio-Haltung.”

Für jede Haltungsform sind die männlichen Küken wertlos und werden daher vershreddert oder vergast:


Die Alternative: Vegan leben

Vegan? Veganer? - Sind das nicht die, die...?!

Wie jede andere Lebensform auch kann die des Veganismuses individuell gestaltet und begründet sein, die Inhalte und Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt sind aber meist dieselben:Vegan zu leben bedeutet die Vermeidung aller Produkte und Prozesse bei denen [nichtmenschliche] Tiere ausgenutzt und ausgebeutet werden. Somit werden sowohl "Lebensmittel"' tierlicher Herkunft wie Fleisch, Fisch, Tiermilch, Eier und Honig abgelehnt, als auch Kleidungsstücke und Kosmetika, welche mit Tierausbeutung in Verbindung stehen, vermieden. Folglich wird versucht, diese durch leidfreie Alternativen zu ersetzen.

Gründe für einen veganen Lebensstil sind unterschiedlich - allen voran steht der Gedanke, anderen Tieren als empfindungsfähigen Individuen dieselben Rechte auf Selbstbestimmung und Freiheit zuzusprechen, wie uns selbst. Ethisch gesehen sind nichtmenschliche Tiere weder Ware oder Besitztum noch haben sie sich menschlichen Tieren unterzuordnen. In unserer Gesellschaft gehört es zur Norm, dass der Mensch Tiere als "Nutztiere" für den eigenen Profit gefangen hält, diese für seine Machenschaften ausbeutet, letztendlich ermorden lässt und sich somit über alle anderen Spezies stellt (Speziesismus).

Gleichzeitig aber ist auch die Nahrungsmittelproduktion für VeganerInnen geringer - durch den Umweg des tierischen Organismus geht Nahrungsenergie in Form von Protein verloren (sogenannte Veredelungsverluste).                                                                         

Weiter wird für einen Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln weniger Trinkwasser verbraucht als für einen Omnivoren. Im Schnitt wird für die "Herstellung" von einem Kilogramm "Fleisch" etwa 100mal mehr Wasser verbraucht als für 1kg Getreide oder Gemüse.

Aber auch die Beeinträchtigung des Klimas bleibt um einiges geringer - für die Tierzucht werden Wälder für Ackerland und Weiden gerodet, die Treibhausgase stammen zu 18% aus der Landwirtschaft und stellen somit mehr als der gesamte Verkehr dar und nicht zuletzt wird das Klima durch das ausgestoßene Methan der Kühe geschädigt - und zwar um 13mal stärker als bei Gemüse.

Was du tun kannst

  • Verzichte auf Produkte tierischen Ursprungs und werden Sie vegan! Einen guten Einstieg bietet z.B. das kostenlose Veggie Starter Kit der Tierrechtsorganisation PETA.
  • Verbreite diese Informationen sowie Tierrechtsfilme an Freunde, Bekannte, Verwandte etc.